Frankfurter Tag des Online-Journalismus 2019

Zweifeln mit Rückgrat

Der Frankfurter Tag des Online-Journalismus 2019 hat sich mit „Haltung“ in Medien und Journalismus beschäftigt. Klar wurde: Es ist ein schmaler Grat zwischen Meinung und Haltung. Aber was bedeutet das für Medienschaffende?

Der Konferenzbericht von Claudius Grigat auf evangelisch.de

HALTUNG

Braucht man heute: um sich als Journalist/in gegen Relativierer und Lügner, Schön- wie Schlechtredner zu behaupten; um als Medienhaus Profil zu entwickeln.

Aber: was ist das überhaupt, Haltung? Meinen viele, die „Haltung“ sagen, nicht eigentlich „Meinung“? Welche Haltungen taugen im Jahr für 2019 für wen?

Haltung. Haltung? Haltung! Thema des vergangenen FTOJ am 10 April 2019 im hr.

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  • 10. April 2019


  • Die Gastgeber haben das Wort

  • Position beziehen - oder: Haltung statt Meinung? Zwei Generationen im Haltungstest: Mariam Lau, Korrespondentin im Parlamentsbüro der ZEIT, und Mirko Drotschmann alias "MrWissen2Go", Youtuber für funk.

  • Zeit zum Netzwerken

  • 250.000 Twitter-Follower. Über 70.000 Facebook-Fans. 40.000 bei Instagram. Andere reden über Influencer, die Polizei Frankfurt ist einer - mit mehr Reichweite als die meisten Regionalzeitungen. Und sie hat sich mit ihren Tweets, Posts und Stories viel Respekt erworben - und eine treue Anhängerschaft. André Karsten hat den Social-Media-Auftritt von Beginn an begleitet - und eine klare Haltung transportiert, was Teil des Erfolgsgeheimnisses ist. Aber wie kann man sich als Exekutiv-Behörde überhaupt eine Haltung erlauben? Und darf darüber in Vergessenheit geraten, dass das, was die Polizei in den Social-Media-Kanälen tut, ja letztlich auch PR in eigener Sache ist?

  • Zeit, aufzutanken.

  • "Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche nichts verloren" – Wie sich Journalisten mit einfachen Mitteln gegen Doxing-Angriffe schützen können
    Anfang des Jahres war die Aufregung groß: Private Informationen dutzender Journalisten standen frei verfügbar im Netz, gemeinsam mit Politikern sowie von Satirikern wie Jan Böhmermann. Schnell war von einem riesigen Hackerangriff die Rede, Sicherheitsbehörden und Geheimdienste nahmen die Ermittlungen auf. Erst nach und nach wurde klar, dass hier wohl kein großer Hack stattgefunden hat, sondern ein lupenreiner Dox. Ein was?
    Doxing ist seit Jahren eine Art Volkssport in Untergrund-Foren und beinhaltet die Veröffentlichung möglichst vieler privater Informationen über Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Betroffen sind meist Politiker, Richter, Journalisten, Anwälte oder sonstige Prominente. Das Ziel solcher Doxing-Angriffe ist es, die Reputation der Betroffenen zu schädigen und sie durch den Eingriff in ihre Privatsphäre zu verunsichern. Gerade wer Haltung zeigt, macht sich zum Feindbild einer Armada an Amateur-Hackern.
    Der Security-Trainer Daniel Moßbrucker trainiert weltweit Journalisten in digitaler Sicherheit. In seinem Workshop erklärt er, nach welchen Daten Doxxer suchen, wie sie an die Informationen gelangen (wollen) – und nennt einfache Dinge, wie Journalisten sich schützen können. Das allermeiste können die Teilnehmer schon während der Session umsetzen.
    Bitte bringen Sie Ihr Smartphone und ggf. auch Ihren Laptop mit zum Workshop!

  • KI-unterstützte Recherche, Roboterjournalismus, Blockchain und...? In diesem Workshop entwickeln wir Szenarien für Trends und Technologien, die die Medien verändern können - und entwickeln eine Haltung dazu: wie werden wir reagieren?

  • Was ist das Geheimnis erfolgreicher Podcasts? Wo funktionieren sie nach anderen Regeln als Radio? Zwei ausgewiesene Podcast-Liebhaberinnen - eine Macherin, eine Wissenschaftlerin - helfen, die Grundlage für einen eigenen Podcast zu erarbeiten. Der Schlüssel ist auch hier die richtige Haltung - wie man sie sich erarbeitet, steht im Mittelpunkt dieses Workshops.

  • Nichts zu verbergen - oder? Wie schaffen wir es als Medienanbieter, uns in Social-Media-Debatten klar zu positionieren ohne dabei parteiische Positionen einzunehmen? Welche grundsätzlichen inneren und äußeren Haltungen brauchen wir im Community-Management dafür, wie viel Haltung dürfen wir uns (als öffentliche-rechtliche Sender) überhaupt erlauben? Und wie lässt sich das nachhaltig tragfähig organisieren?

  • Zeit, sich über die Workshops auszutauschen: Wer möchte, kann sich beim Kaffee anschauen, was die Workshop-Teilnehmer*innen erarbeitet haben. Und sich darüber mit ihnen unterhalten.

  • Wie kritisch kann eine Berichterstattung über den FC Bayern München noch sein, wenn der Verein mit seinem .tv und seinen Social-Media-Kanälen eine größere Reichweite hat als unabhängige Online-Medien? Und wie verhält sich ein Journalist am besten, wenn er bei den Löwen von 1860 München einen Maulkorb verpasst bekommt? Fallbeispiele aus der modernen Fußball-Berichterstattung.

  • Ihre Spezialität sind Zwischentöne - Youtuberin Franziska Schreiber wirft zum Abschluss einen Blick auf uns.

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